Gastro

Restaurant Maier zum Kirschner
Rottach-Egern · 2020

Gaststätte am Tegernsee: Cotto im Gastraum, R12-Keramik in der Küche, Solnhofener Platten im Biergarten.

Restaurant Maier zum Kirschner, Rottach-Egern, fertiggestellt 2020

Kontext

Das Restaurant Maier zum Kirschner in Rottach-Egern ist ein Gasthaus mit Tradition und einer Gästeschaft, die das Haus täglich in Vollbetrieb fordert. Die Neugestaltung 2020 umfasste den Gastraum, die Hauptküche und den Biergarten — keramisch und steinern eine vielschichtige Aufgabe, weil jedes dieser drei Segmente eigene Regeln mitbringt.

Der Bauherr wünschte sich eine Renovierung, die dem Haus seine Handschrift bewahrt. Keine modernistische Umdeutung, sondern ein solides, materialbewusstes Update, das den nächsten Alltag zehn Jahre lang trägt.

Die Materialentscheidung

Den Gastraum prägt ein rustikaler Cotto, traditionell gebrannt, in einer Farbspanne von Lehmrot bis in ein leicht rauchiges Braun. Die einzelnen Platten sind handgeformt — leichte Kantenunruhen, kleine Schatten im Brand, das ist Absicht und Qualität zugleich. Der Cotto ist vorimprägniert und wird über die Jahre durch Pflege und Begehung eine warme Patina entwickeln. Diese Alterung ist explizit gewünscht.

Die Naturstein-Stufen zwischen den Raumzonen stammen aus einem oberbayerischen Bruch, bruchrau geschnitten. Sie markieren die kleinen Niveauwechsel im Gastraum, die das Haus historisch hat — und tragen damit zum erzählerischen Gehalt des Raums bei.

In der Küche kommt robuste Bodenfliese in R12-Rutschklasse zum Einsatz, mit anhebenden Seitenrändern für die wandseitigen Abläufe. Die Wandfliese ist ein Altweiß mit leicht unregelmäßiger Oberfläche, die das industrielle Küchenbild mildert und gleichzeitig die nötige Hygienefläche bietet.

Der Biergarten liegt auf Solnhofener Platten, frei verlegt im Split-Bett, wassergebunden nachgefugt. Ein Material mit klarer regionaler Verankerung, das die Übergänge zwischen Gastraum und Freibereich selbstverständlich macht.

Umsetzung

Der Zeitrahmen war eng. Die Wintersperre der Gastronomie gab rund zwölf Wochen für alle Gewerke, bevor der Biergartenbetrieb zur Osterzeit wieder starten musste. Wir haben das Projekt in parallelen Abschnitten gefahren: Küche und Gastraum gleichzeitig, den Biergarten in der Schlussphase.

Der Cotto verlangt Vorlauf. Das Material wird palettenweise angeliefert, muss akklimatisiert und vor der Verlegung gemischt werden — sonst entstehen optische Cluster. Unser Team hat die Reihung vor jedem Abschnitt vorgelegt und mit dem Bauherrn freigegeben.

Die Solnhofener Platten im Biergarten haben wir gemeinsam mit dem Garten- und Landschaftsbauer koordiniert, damit Wurzelraum der Bestandsbäume und Abflussrichtungen stimmen.

Ergebnis

Das Haus ist seit Ostern 2020 wieder durchgehend im Betrieb. Der Cotto entwickelt sich wie geplant — in den Hauptlaufzonen bereits mit einer ersten Patina, in den Randbereichen noch neuwertig. Die Küche hält dem vollen Betrieb stand, der Biergarten ist stabil. Für uns ein Beispiel für Gastronomie-Projekte, die ohne Neubau-Rhetorik auskommen und trotzdem auf jedem Quadratmeter präzise sind.

Materialien im Überblick

  • Cotto rustikal handgeformt, Gastraum
  • Naturstein-Stufen bruchrau, Zwischenebenen
  • R12-Bodenfliese, Küche
  • Solnhofener Platten, Biergarten
  • Wandfliese Altweiß, Küche

Bildergalerie aus dem Projekt.

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