Kontext
Ein Porsche-Zentrum ist architektonisch ein eigenes Universum. Die Markenarchitektur gibt Fugenraster, Oberflächen und Materialmuster bis ins Detail vor — und gleichzeitig muss der Boden den Alltag einer Werkstatt mitmachen: Hydrauliköl, Reifenabrieb, Scherenhebebühnen, schwer beladene Rollwagen. Für das Porsche Zentrum 5 Seen in Gilching haben wir beides zusammengebracht: präzises Showroom-Finish und industrietauglichen Werkstattbestand, auf rund 800 Quadratmetern Gesamtfläche.
Bauherr war die Porsche Zentrum 5 Seen GmbH. Das Projekt umfasste den neuen Showroom inklusive Fahrzeugpräsentation, die Kundenannahme und die angeschlossene Servicewerkstatt.
Die Materialentscheidung
Im Showroom kommt großformatiges Feinsteinzeug im Format 120 × 120 Zentimeter zum Einsatz — markenkonform, mit einem Grauton, der die Fahrzeugfarben nicht überlagert. Die Entscheidung fiel auf eine schwach strukturierte Oberfläche: genug Haptik, um nicht wie eine Spiegelfolie zu wirken, aber feinporig genug, um den Reinigungsaufwand gering zu halten.
In der Werkstatt arbeiten wir mit einem industriellen Feinsteinzeug in R10-Rutschklasse. Die Oberfläche ist säure- und ölresistent nach den einschlägigen Normen. Für den Übergang zwischen Kundenannahme und Werkstatt haben wir einen Sonderzuschnitt entwickelt: Die Fuge folgt exakt der Raumachse, damit der Blick aus dem Showroom ungebrochen bis in die Werkstatt weiterläuft. Das ist eine der Details, die nur funktionieren, wenn Planung und Verlegung von Anfang an zusammenarbeiten.
Umsetzung
Die Großformat-Verlegung im Showroom verlangt eine besonders plane Unterkonstruktion. Wir haben gemeinsam mit dem Estrichleger die Ebenheitstoleranzen unterhalb der DIN-Norm abgestimmt — sonst stehen großformatige Platten nicht ruhig. Jede einzelne Platte wurde vor dem Einbau auf Farbverlauf und Oberflächenbild geprüft und sortiert. Bei 120 × 120 Zentimetern ist das kein Luxus, sondern Pflicht.
In der Werkstatt lag die Herausforderung in den vielen Einbauteilen: Hebebühnen-Fundamente, Abläufe, Kabelkanäle. Unser Team hat die Zuschnitte weitgehend vor Ort gemacht, um bei den Toleranzen der Stahlbauteile nachjustieren zu können. Der Anschluss an die Hebebühnen ist dichtgeschlämmt, damit keine Betriebsstoffe in den Estrich eindringen können.
Ergebnis
Das Zentrum ist seit 2021 im Vollbetrieb. Der Showroom-Boden hat drei Winter mit entsprechendem Salz- und Schneeeintrag überstanden, ohne erkennbare Schäden. Die Werkstatt-Fläche wird regelmäßig gewartet, auch das war Teil der Materialwahl — der Boden ist reparaturfähig, einzelne Platten lassen sich tauschen.
Für uns war das Projekt ein gutes Beispiel dafür, wie weit Markenarchitektur und Materialpraxis gehen können, wenn beide Seiten früh genug im Gespräch sind.
Materialien im Überblick
- Großformat-Feinsteinzeug 120 × 120 cm, Showroom
- Industrielles Feinsteinzeug R10, Werkstatt und Servicebereich
- Sonderzuschnitte im Übergang Showroom–Werkstatt
- Säure- und ölresistente Oberflächen im Werkstattbereich